Tower Brass
gepflegtes Blech in unserer Region
, Peter Köppen

Blechbläser suchen neue Bleibe

Die Turmbläser Geisenhausen müssen Ende März aus ihrem Proberaum ausziehen

Geisenhausen. Sie bezeichnen sich als ambitioniertes Laien-Ensemble: Die Turmbläser Geisenhausen haben hohe Ansprüche an sich selbst. Nun benötigen die Turmbläser einen neuen Übungsraum, der zugleich Lagerungsmöglichkeiten für die großen Instrumente bietet.

Etwas über 30 Jahre alt ist die Gruppe der Turmbläser Geisenhausen. Allerdings ist die Fluktuation enorm: von den Gründungsmitgliedern ist keines mehr aktiv. Etwa 50 Mitglieder hat der Verein, elf von Ihnen spielen bei den Konzerten mit. Dies berichten Vorsitzender Florian Nicklas und seine beiden Stellvertreter Stanislaw Postruznik und Martin Stanglmayr. Als musikalischer Leiter hat Johannes Huth die Auswahl der Stücke und die Probenarbeit in den Händen. "Wir sind ein klassisches Zehner-Ensemble und haben auf elf Blechbläser erweitert", sagt Huth.

Auf dem Programm stehen Arrangements, wie sie von "German Brass" bekannt sind, "von Barock und Renaissance über Beethoven und Mozart bis hin zu moderner Filmmusik". Florian Nicklas drückt es so aus: "Wir spielen von der Klassik bis zur Moderne, bis zu Jazz und Groove". Es sei gerade das Schöne an den Blechblasinstrumenten, dass man eigentlich alles spielen könne. Bei den großen Konzerten holen sich die Turmbläser gern auch Verstärkung durch Schlagzeug und Pauken. Vier Ensemblemitglieder spielen Trompete. Je nach Stück wechseln sie auch zur Piccolo-Trompete oder zum Flügelhorn. Außerdem gibt es drei Posaunen und einen Bassposaunisten. Ein Mitglied spielt Tuba, zwei spielen Waldhorn. Alles zusammen ergibt einen Hörgenuss auf hohem Niveau. 

Zum Winterprogramm gehören in Nicht-Corona-Zeiten fünf Weihnachtskonzerte, beginnend in Vilsbiburg in der Bergkirche zum ersten Advent. Die weiteren Orte sind meist der Weiße Saal in der Landshuter Burg Trausnitz am vierten Advent, am Dreikönigstag im Kastulus-Münster in Moosburg und in Kirchen von Pilsting oder Dingolfing. Passend zum Fest sind diese Konzerte eher besinnlich und beinhalten auch Lesungen. Das Sommerprogramm klingt lockerer: Filmmusik, Stücke aus dem 20. Jahrhundert, Ouvertüren oder bearbeitete Arien von Opern. Die Spielorte sind ebenfalls klassisch: der Innenhof der Labdshuter Residenz oder der Burg Trausnitz, der Schlossgarten in Gerzen, die Innenbereiche von Schloss Poxau oder im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen. 

Selbst aus Wien und Dresden reisen sie an

Die meisten Mitwirkenden haben neben ihrem Hobby einen Beruf, der nichts mit Musik zu tun hat. Banker sind dabei, Lehrkräfte und Schulleiter, aber auch ein Student der Musikhochschule Wien. Und der Leiter ist Musiklehrer an der Realschule Vilsbiburg. Auch wenn sich die Turmbläser nicht als Profigruppe verstehen, werden manchmal Eintrittsgelder verlangt. "Das brauchen wir als Verein", sagt Florian Nicklas. So können die Miete für den Proberaum und auch das Notenmaterial finanziert werden. Einmal im Jahr trifft man sich zu Probewochenenden, zu denen Musikprofis als Leiter eingeladen werden.

Ganz einfach ist es nicht, den Probenkalender zusammenzustellen, denn: "Wir sind zwar alle aus der Gegend, kommen aber mittlerweile aus allen Ecken." Bis von Wien und Dresden müssen die Musiker anreisen. Dennoch lassen sie es sich nicht nehmen, bei den Turmbläsern mitzuwirken. Gründe seien die musikalische Qualität, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Nachwuchs suchen die Bläser eigentlich nicht. Wenn wirklich einmal eine Stimme wegfallen sollte, kennen die Mitglieder schon jemanden, der reif genug für das Ensemble ist. Fördermitglieder allerdings würde man gern aufnehmen. Das musikalische Programm ist Sache von Johannes Huth, aber er nimmt natürlich auch Anregungen an. Insgesamt soll am Schluss "ein schönes und stimmiges Konzertprogramm" herauskommen. Es soll gefällig sein, konzertant und manchmal technisch anspruchsvoll: "Die Mischung macht es und es soll uns allen Spaß machen."

Zum Spaß am gemeinsamen Musizieren kommt aber ein großes Problem: "Ende März müssen wir raus aus unserem Probenraum und das ist gar nicht cool." Möglichst in Geisenhausen oder Umgebung suchen die Turmbläser deshalb eine neue Bleibe, in die sie sich einmieten können. Knapp 100 Quadratmeter brauchen sie und vielleicht noch einen Raum zum Lagern von Instrumenten.